Wasserburg aus fünf Jahrhunderten im Brucktor: Kunstgeschichte lebendig erleben


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Wasserburg aus fünf Jahrhunderten: Eine Stadt wird zum Kunstwerk
Am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, öffnet die Sammlung im historischen Brucktor ihre Türen für eine eindrucksvolle Führung durch die Kunst- und Kulturgeschichte Wasserburgs. Um 15 Uhr beginnt im ehemaligen Heilig-Geist-Spital ein rund 90-minütiges Kunsterlebnis durch fünf Jahrhunderte lokaler Stadtgeschichte.
Vier Etagen voller Geschichte und ästhetischer Erfahrung
Auf vier Etagen begegnen Besucherinnen und Besucher Gemälden, Stichen und Skulpturen von Künstlern aus Wasserburg und Umgebung. Keramik, Silber, Zinn, Tabakdosen, Stoffe sowie historische Modeln für Stuck-, Ton- und Lebzelten-Ornamente erweitern die Sammlung um kunsthandwerkliche Zeugnisse des Alltags.
Der Wasserburger Saal als Höhepunkt
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Wasserburger Saal. Gemälde von Otto Geigenberger, Hans Ganser, Willi Reichert, Karl Wähmann und Ludwig Weninger verdichten sich hier zu einem faszinierenden Panorama regionaler Malerei. Die Werke machen sichtbar, wie Landschaft, Stadtbild und bürgerliches Leben über Generationen hinweg künstlerisch interpretiert wurden.
Sammlung mit persönlicher Handschrift
Die umfangreiche Sammlung geht auf den Wasserburger Sammler Bernd Joa zurück, der seit den 1960er-Jahren Ansichten und Objekte seiner Heimat zusammentrug und die Bestände 2007 der Stadt Wasserburg stiftete. Mehr als 2.000 Exponate verbinden kunsthistorische Betrachtung mit lokaler Erinnerungskultur. Das älteste Objekt datiert aus dem Jahr 1600, während jüngere Arbeiten den Bogen bis in die Gegenwart spannen.
Stadtgeschichte zwischen Kunst und Handwerk
Die Ausstellung eröffnet einen sinnlichen Zugang zur Geschichte Wasserburgs: Farben und Formen der Malerei treffen auf die Materialität von Metall, Keramik, Textilien und Holz. Neben weltlichen Themen widmen sich mehrere Räume sakralen Zeugnissen, darunter Darstellungen der sieben Klöster des Altlandkreises Wasserburg. Auch ein historischer Stadtplan aus dem Jahr 1815 führt die Besucher in die wechselvolle Topografie der Innstadt ein.
Fazit: Kunstgeschichte unmittelbar erleben
Die Führung bietet eine konzentrierte Werkbetrachtung, kulturelle Bildung und eine besondere Ausstellungsatmosphäre im historischen Brucktor. Wer Wasserburg nicht nur als malerische Stadt, sondern als gewachsene Kulturlandschaft erleben möchte, entdeckt hier eine außergewöhnliche Verbindung aus Malerei, Skulptur, Kunsthandwerk und Stadtgeschichte. Der Eintritt ist frei, Spenden zum Erhalt der Sammlung sind willkommen.
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