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Deutsche Erfolge im Wintersport

Wintersport-Tag mit deutschen Glanzlichtern: Aicher gewinnt Super-G, Wendl/Arlt holen EM-Gold – starke Signale aus Ruhpolding

Der Wintersport-Sonntag (18. Januar 2026) bringt aus deutscher Sicht gleich mehrere Spitzenergebnisse: Emma Aicher gewinnt den Super-G in Tarvisio, Tobias Wendl und Tobias Arlt sichern sich in Oberhof den Europameistertitel im Doppelsitzer – und im Biathlon-Weltcup in Ruhpolding liefern Franziska Preuß und Selina Grotian Resultate, die im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation Gewicht haben. Dazu kommen Podestplätze und knappe Entscheidungen im Bob sowie weitere Top-Platzierungen in mehreren Disziplinen.

Aicher gewinnt in Tarvisio, Weidle-Winkelmann in den Top acht

Das prominenteste alpine Ausrufezeichen setzt Emma Aicher: Die 22-Jährige gewinnt den Super-G in Tarvisio. Lindsey Vonn wird mit 0,37 Sekunden Rückstand Zweite, Rang drei geht an Ester Ledecka. Aus deutscher Sicht ergänzt Kira Weidle-Winkelmann das Ergebnis als Achte.

Der Sieg ist mehr als ein Einzelerfolg: In der Phase vor den Winterspielen zählt im Speed-Bereich nicht nur die Platzierung, sondern auch die Bestätigung, dass Material, Linienwahl und Risiko-Management unter Wettkampfbedingungen zusammenpassen. Aichers Erfolg liefert dafür einen klaren Hinweis – und verschiebt zugleich die interne deutsche Hierarchie in Richtung einer breiteren Spitzenoption.

Wendl und Arlt holen den EM-Titel zurück – und festigen ihre Weltcup-Führung

In Oberhof gewinnen Tobias Wendl und Tobias Arlt den Europameistertitel im Doppelsitzer. Für das Duo ist es der fünfte EM-Triumph und der erste seit 2019; hinter ihnen landen Toni Eggert und Florian Müller. Zugleich feiern Wendl/Arlt ihren 59. Weltcup-Sieg.

Auch im Gesamtbild ist der Erfolg relevant: Nach sechs von neun Rennen führen Wendl/Arlt die Doppelsitzer-Gesamtwertung mit 466 Punkten an. Gatt/Schöpf folgen mit 384 Punkten, Eggert/Müller stehen bei 359 Punkten auf Rang vier. In einer Saisonphase, in der sich viele Abläufe bereits an Olympia orientieren, ist diese Konstanz ein Faktor – nicht nur für den Titelkampf, sondern auch für die Signalwirkung innerhalb des deutschen Teams.

Ruhpolding: Preuß Siebte, Grotian erfüllt Olympia-Norm – Nawrath mit starker Laufzeit

Im Biathlon-Verfolger der Frauen in Ruhpolding wird Franziska Preuß beste Deutsche auf Rang sieben. Ein besseres Resultat liegt bis ins letzte Schießen in Reichweite, eine Strafrunde nimmt ihr dort die Chance auf ein Top-Ergebnis. Selina Grotian kommt als 13. ins Ziel und erfüllt damit die zweite Hälfte der Olympia-Norm. Julia Tannheimer wird 23., Sophia Schneider 26.

Bei den Männern wird Philipp Nawrath als bester Deutscher Zehnter. Drei Strafrunden am Schießstand verhindern eine Platzierung weiter vorn, in der Loipe zeigt er jedoch ein starkes Rennen und läuft die viertschnellste Laufzeit. David Zobel folgt auf Rang 15, Danilo Riethmüller wird 25.

Bob, Nordische Kombination, Snowboard und mehr: Podien und knappe Abstände

Im Viererbob in Altenberg landet Johannes Lochner auf Rang zwei – 0,02 Sekunden hinter Sieger Adam Ammour. Francesco Friedrich komplettiert das deutsche Dreifachpodium und liegt 0,15 Sekunden zurück. Der minimale Abstand unterstreicht, wie sehr in dieser Saison Hundertstel über Sieg und Platzierung entscheiden – und wie wertvoll fehlerfreie Läufe werden, wenn die Dichte an der Spitze steigt.

In der Nordischen Kombination sorgt Julian Schmid bei der Weltcup-Rückkehr in Oberhof als Dritter für ein deutsches Podest. Nathalie Armbruster wird beim Heimspiel ebenfalls Dritte.

Im Snowboard gelingt Annika Morgan bei den Laax Open im Slopestyle als Sechste ein Ergebnis, mit dem sie nach Verletzungspause die Olympia-Norm erfüllt. Morgan hatte sich Anfang Dezember im Training einen Bruch des dritten Mittelhandknochens zugezogen und war operiert worden. In Bansko fährt Ramona Hofmeister im Parallel-Riesenslalom auf Rang drei, Yannik Angenend wird Vierter.

Im Ski alpin wird Linus Straßer im Slalom von Wengen Elfter; Atle Lie McGrath gewinnt das Rennen. Im Skispringen in Sapporo wird Karl Geiger 14. und erfüllt damit die halbe Olympia-Norm; Domen Prevc gewinnt erneut. Philipp Raimund ist an beiden Tagen bester Deutscher und belegt die Ränge 15 und neun.

Fazit: Breite deutsche Ausbeute – und mehrere Ergebnisse mit Olympia-Bedeutung

Der Sonntag bündelt aus deutscher Sicht gleich mehrere „harte“ Indikatoren: Weltcupsieg, EM-Gold, Podien, knappe Hundertstel-Entscheidungen – und Resultate, die direkt in die Olympia-Qualifikation hineinwirken. Auffällig ist dabei weniger ein einzelner Ausreißer, sondern die Breite: In mehreren Sportarten liefern deutsche Athletinnen und Athleten zeitgleich Ergebnisse, die für die heiße Saisonphase Stabilität und Auswahloptionen versprechen.

Häufig gestellte Fragen

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